»Äppelwoi bleibt Äppelwoi«

Main Echo, 15. Dezember 2007

Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber in Leidersbach

»Leider ist die Politik des Europäischen Parlaments in der Bevölkerung negativ belegt«, bedauerte die Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber am Donnerstag in Leidersbach vor zahlreichen interessierten Besuchern einer CSU-Veranstaltung. Dabei sei es das Ziel, die hohen deutschen Standards auf die EU zu übertragen, um die Lebensqualität und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, so Weisgerber.
Die 31-jährige Juristin und Unternehmertochter aus Schwebheim hat den Anspruch, Anwältin zu sein für die Interessen Unterfrankens und Bayerns. Das bewog die ehemalige bayerische Tennismeisterin auch, in die Politik zu gehen. Seit 2004 gehört sie dem europäischen Parlament an, wo sie in einigen Ausschüssen tätig und CSU-Sprecherin für die Themen Umwelt und Gesundheit ist.
Kein Gift auf den Gabentisch
Aus ihrem Fachgebiet referierte sie dann auch zu dem Thema »Kein Gift auf dem Gabentisch«. Sie wies auf das große Gefährdungspotential durch belastetes chinesisches Spielzeug hin und appellierte an die Verbraucher, in Europa produzierte Waren zu kaufen. Hier könne man für gute Qualitätsstandards garantieren. Als weiteres wichtiges Aufgabengebiet nannte Weisgerber die Kotrolle chemischer Substanzen und ein europaweites Verbot für krebserregende und erbgutverändernde Pflanzenschutzmittel. Sie informierte über die gesundheitsbezogenen Angaben auf Lebensmitteln die irreführende Werbebotschaften verhindern sollen.
Weisgeber streifte weitere europäische Themen, wie die Umsetzung der Klimaschutzziele, die EU-Hygieneverordnung und die EU-Weinmarktordnung. Hier will sie sich weiter dafür einsetzen, dass der Bocksbeutel weiterhin geschützt bleibt, die fränkischen Steillagen erhalten werden und der Wein weiterhin nur mit Zucker und nicht mit Traubenmostkonzentraten gesüßt werden darf. Auch habe man inzwischen durchgesetzt, dass heimische Produkte, wie der »Äppelwoi« auch künftig ihre ursprüngliche Bezeichnung tragen dürfen.

Für einheitliche Prüfverfahren
Matthias Wolf störte sich daran, dass 2006 durch die Medien ging, deutsches Obst und Gemüse seien am stärksten belastet; dabei liege das an den weitaus schärferen Standards, die Grundlage für diese Kontrollen gewesen seien. Weisgerber sah sich in dieser Aussage darin bestätigt, dass man ein einheitliches Test- und Prüfverfahren in Europa benötigt. Heinrich Mühlon sprach die Belastung von Zitrusfrüchten in den Großmärkten an, und wollte wissen, ob man seinen Kindern noch guten Gewissens Mandarinen geben darf. Hier kündigte Weisgerber eine Pflanzenschutzmittelverordnung an, die künftig eine Gesundheitsgefährdung ausschließen soll. Bis zum Inkrafttreten werde allerdings noch ein Jahr vergehen. Franz Josef Zöller sprach einen einheitlichen Arbeitsschutz an. Hierzu sagte die Europapolitikerin, man entwickle auch hier einheitliche Standards, die sich an der deutschen Qualität ausrichteten. Allerdings müsse man beim Arbeitsschutz auch eine Eigenverantwortung erwarten können.
Johannes Nilles befürchtet, dass durch die Freizügigkeit der Beschäftigung durch die neuen Beitrittsländer Probleme entstehen könnten. Das sieht Anja Weisgerber anders. Zum einen könne man den bundesdeutschen Fachkräftemangel beheben, zum andren biete diese Freizügigkeit jungen Deutschen auch die Möglichkeit, berufliche Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Alfons Opolka

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