Aus schmerzlichen Erfahrungen gemeinsam lernen

Main Echo, 6. Oktober 2008

Festakt: Bei glanzvollem europäischen Abend in der Aula der Realschule Partnerschaft mit Pobiedziska besiegelt

Marktheidenfeld. Der »Tag der Deutschen Einheit« des Jahres 2008 wird als ein ganz besonderer in die Marktheidenfelder Annalen eingehen. Bei einem mehrstündigen Festakt feierte die Stadt die zwanzigjährige Städtefreundschaft zu Montfort sur Meu in der Bretagne, unterzeichnete den Vertrag zur trinationalen Städtepartnerschaft mit dem polnischen Pobiedziska und erhielt die Ehrenfahne des Europarats in Straßburg.

Dass dies alles ganz wunderbar von jungen Menschen musikalisch umrahmt und miterlebt wurde, war ein in die Zukunft weisender Aspekt des Abends. Unter den Gästen waren auch die Schüler und Eltern des Schüleraustauschs der Realschule Marktheidenfeld mit der Schule »Verfassung des 3. Mai« aus dem Stadtteil Letnisko Lesne von Pobiedziska.

In ihrer Begrüßung erinnerte Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder daran, dass ihr Vorgänger Dr. Leonhard Scherg und ihr polnischer Amtskollege Michal Podsada die Städtepartnerschaftsurkunde auf polnischem Boden im Juni vorigen Jahres aus Anlass der 750-jährigen Stadtjubiläums von Pobiedziska bereits unterzeichnet hatten. Gerade für die jungen Generationen aus Frankreich, Polen und Deutschland sei es ein großes Glück, sich nach den schrecklichen Erfahrungen der Geschichte heute unbefangen in Frieden und Freiheit als Europäer begegnen zu können.

In ihrer Festrede würdigte die Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Dr. Anja Weisgerber aus Schweinfurt, das Wirken der Stadt Marktheidenfeld um die Städtebeziehung zu Montfort als vorbildlich im Sinne einer echten Bürgerbegegnung. Stolz könne man darauf sein, dieses Vorhaben nun über 1800 Kilometer in Europa zu einer trinationalen Partnerschaft zum polnischen Pobiedziska fortzuentwickeln. Dies unterstütze den Weg der Europäischen Union, sich künftig statt als eine Gemeinschaft von Wirtschaftsinteressen als eine echte Gemeinschaft der Bürger zu verstehen.

Offene und freundliche Menschen Sehr persönlich wählte Pobiedziskas Bürgermeister Michal Podsada seine Worte. Gerade die Begegnung mit der Familie Dräger in Marktheidenfeld, die einst die Nachbarsfamilie seiner Eltern war und sich in schwierigen Zeiten stets menschlich verhielt, habe ihm die Entscheidung leicht gemacht, der Partnerschaft mit einer Stadt zuzustimmen, in der nach seiner Überzeugung offene und freundliche Menschen lebten.

Podsada wies auf die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hin und forderte mit ihnen, aus schmerzlichen Erfahrungen gemeinsam Lehren zu ziehen. Mit dem Partnerschaftsstein, den Pobiedziska im vorigen Jahr aus Marktheidenfeld in Montfort zu seinem Jubiläum geschenkt bekommen habe, wolle man als Symbol in der trinationalen Beziehung den Frieden und die Eintracht in Europa mehren.

Danach setzten die Bürgermeister Helga Schmidt-Neder und Michal Podsada ihre Unterschriften unter den Städtepartnerschaftsvertrag, den man in seinem Freundschaftsversprechen der Vorlage des Vertrags mit Montfort sur Meu angepasst hatte.

Montforts Bürgermeisterin Delphine David freute sich mit einer großen Bürgerdelegation Zeugin der Vertragsunterzeichnung geworden zu sein. Vor zwanzig Jahren, als die damaligen Bürgermeister Dr. Leonhard Scherg und Dr. Jacques Pilorge den Städtepartnerschaftsvertrag in Montfort unterzeichnet hatten, sei sie auch mit dabei gewesen.

David sprach neue Perspektiven der nun trinationalen Partnerschaft zu mehr kulturellem, sportlichem und emotionalem Verständnis untereinander an. Sie wolle die Dauerhaftigkeit der Beziehungen mit gemeinsamen Vorhaben der drei Städte fördern. In Zeiten moderner Medien seien dazu auch nicht immer Delegationsreisen nötig. Die Bürgermeisterin sprach als Beispiele den Austausch über die Mobilität, das kommunale Wirtschaftsgeschehen oder ein gemeinsames Entwicklungshilfeprojekt an.

Der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Heribert Felbinger sprach von einem denkwürdigen Abend und begrüßte das Ehrenmitglied Heinz Eschenbacher, mit dessen persönlichen und geschäftlichen Kontakten nach Montfort vor vielen Jahren alles angefangen habe. Der »Abend unter den Europasternen« sei eine Verpflichtung und ein Aufbruch zu neuen Zielen. Martin Harth

23.09.2020
Bürgersprechstunde in Schweinfurt
25.09.2020
Arbeitstreffen der Region Mainfranken in Grafenrheinfeld
26.09.2020
Virtueller CSU Arbeitsparteitag
28.09. - 02.10.2020
Sitzungswoche des Deutschen Bundestages in Berlin
05.10. - 09.10.2020
Sitzungswoche des Deutschen Bundestages in Berlin

Politik in Bildern