Der Beipackzettel soll künftig auch im Internet stehen

Frankfurter Allgemeine, 25. November 2010

Patienten sollen sich künftig im Internet umfassend und allgemeinverständlich über verschreibungspflichtige Medikamente informieren können. Werbung für Medikamente soll allerdings auch künftig verboten bleiben. Das hat das Europaparlament am Mittwoch in Straßburg in erster Lesung mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Auch die Verbreitung von Patienteninformationen in Fernsehen, Radio, Zeitungen und Magazinen soll untersagt bleiben. Im Internet sollen die Patienten und ihre Angehörigen auf den Seiten und Portalen der zuständigen nationalen und europäischen Behörden grundlegende Informationen über Nutzen und Risiken  von Medikamenten finden. Diese sollen Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie Angaben über die Krankheit selbst, andere Therapiemöglichkeiten und die Prävention umfassen. In einer Faktenbox sollen die Kerninformationen – sichere Anwendung, Dosierung und Nebenwirkungen – über ein Medikament zusammengefasst werden.

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Durch die Änderung des Vorschlags werde das vermieden, sagte die SPD-Europaabgeordnete Dagmar Roth-Behrendt. Zugleich werde den Patienten zu ihrem Recht verholfen, verlässliche Informationen zu bekommen. Immer mehr Menschen suchten nach Informationen im Internet, sagte Anja Weisgerber (CSU). „Dr. Google“ sei aber keine verlässliche Quelle. Deshalb habe das Parlament handeln müssen. Nach dem Parlament müssen sich nun die Mitgliedstaaten im Ministerrat auf eine gemeinsame Linie einigen. Bevor die Regelung in Kraft treten kann, müssen beide Institutionen ihre Position aufeinander abstimmen. Das dürfte frühestens Ende 2011 der Fall sein.

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