Der Verbraucher soll von Europa profitieren

Die Kitzinger, 7. April 2008

WÜRZBURG. Die Sicherheit von Importprodukten, die Kennzeichnung von Lebensmitteln, die europaweite Höherstufung der Meisterabschlüsse und die Chancen für Handwerk und Landwirtschaft in Unterfranken: Mit den unterschiedlichsten Themen setzte sich die Arbeitsgruppe Europa des CSU-Bezirksverbandes in ihrer jüngsten Sitzung auseinander. Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber fasste die Gespräche zusammen.
Eines haben die Themen gemeinsam: Der Verbraucherschutz soll erhöht werden, die Transparenz steigen. Beispiel: Sichere Importprodukte. Nachdem beispielsweise rund die Hälfte der Spielsachen, die in deutschen Kinderstuben landen, aus China stammen, haben die Nutzer und vor allem deren Eltern ein berechtigtes Interesse an steigenden Sicherheitsaspekten. Die EU will dem Rechnung tragen, indem die Grenzwerte so streng wie möglich ausgelegt und die Kontrollmechanismen verstärkt werden. Mittels eines Frühwarnsystems sollen gefährliche Produkte frühzeitig vom Markt genommen werden können. „Unser Ziel ist, dass die Produkte schon an der Grenze aussortiert werden", sagt Dr. Weisgerber. Die Zollbehörden sollen auffällige Waren, die nicht der Regelung entsprechen, direkt an die nationale Behörde weiterleiten, die daraufhin umgehend die Kommission informiert. Unsichere Produkte sollen so in allen Mitgliedsstaaten der EU schnell vom Markt genommen werden können.
Gleichzeitig werden die Importeure stärker in die Pflicht genommen. Produkte, die gegen die neuen Richtlinien verstoßen, sollen in Zukunft nicht mehr importiert werden. „Wir wollen nur noch kontrollierte Produkte in die ETF einführen.", verdeutlicht die CSU-Abgeordnete die Zielsetzung.
Das Verbraucherinteresse stehe auch bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln im Mittelpunkt. Auch hier gibt es neue Entwicklungen und Vorstöße, beispielsweise aus Bayern. Mit Hilfe eines Säulenmodells sollen Verbraucher künftig auf einen Blick erkennen, wieviel Kalorien, welchen Fettgehalt und welchen Anteil an Kohlehydraten ein Lebensmittel hat. Dieser Vorschlag aus dem Freistaat ist gerade, wie andere Vorschläge auch, in den Anfängen der Erörterung. Die Zielrichtung ist für Dr. Weisgerber aber auch in diesem Bereich klar: „Der Verbraucher muss mit einem Blick erkennen können, wie gesund ein Produkt ist." Die europaweiten Unterschiede in der Kennzeichnung müssen im Laufe des Prozesses aufgehoben werden.
Gravierende Unterschiede gibt es auch in den Hochschullandschaften. Mit den Bachelor- beziehungsweise Master-Studiengängen sollen diese Unterschiede nach und nach angeglichen werden. Die Vertreter der FH Würzburg/Schweinfurt zeigten sich nach Dr. Weisgerbers Worten begeistert von den Möglichkeiten, die gerade das Punkte-System für erbrachte Leistungen während des Studiums angeht. So könnten auch Studienpausen, beispielsweise wegen einer Schwangerschaft, ohne Nachteil für die Studierenden überbrückt werden. Die angesammelten Punkte werden einfach gespeichert, bis das Studium wieder aufgenommen wird. Weiterer Vorteil des einheitlichen Punktesystems: Auslandssemester werden leichter anerkannt.
Von Seiten der Wirtschaft wurde Dr. Weisgerber zugesichert, dass auch der Bachelor-Studiengang an Profil gewinnen wird. „Ich habe das Signal erhalten, dass in Zukunft verstärkt Bachelor-Abgänger gesucht werden." Auch den größeren Praxisbezug schätzt Dr. Weisgerber als großen Vorteil ein. „Und die Abgänger werden zwei Jahre früher ins Berufsleben einsteigen." Dennoch weiß auch Dr. Weisgerber, dass gerade die Diplom-Studiengänge noch eine ganze Zeit lang begehrt sein werden - bei Studenten und in der Wirtschaft.

Ganz andere Chancen bieten sich derzeit den hiesigen Landwirten. Beim Bau von weiteren Biogasanlagen rät die CSU-Abgeordnete allerdings zu einem maßvollen Vorgehen. Die Anlagen müssten mit Produkten betrieben werden, die vor Ort wachsen. „Mais aus Spanien anzuliefern, bringt gar nichts", sagte sie und verwies auf das Machtpotenzial der Kommunen, die letztendlich bestimmen könnten, mit welchem nachwachsenden Produkt die Anlagen bestückt werden.
Erneuerbare Energien könnten aber nicht nur für die Landwirte, sondern auch für andere Wirtschaftszweige eine Chance bieten. An der FH in Aschaffenburg ist ein entsprechender Studiengang in Planung, informierte Dr. Weisgerber. „Es wird Zeit, auch in die Ausbildung einzusteigen.“

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