Deutsch soll in der EU mehr Gewicht haben

Fränkischer Tag, 10. April 2008

Europa Die deutschsprachigen Regionen fordern ein Ende der Benachteiligung. Die Kommission steht in der Kritik.

(Hanna Roth, Brüssel) Antragsformulare auf Englisch, Internetseiten auf Französisch: Wer sich mit der EU beschäftigen oder gar von ihren Fördertöpfen profitieren will, muss ein Sprachgenie sein. Denn obwohl Deutsch die meistverbreitete Sprache in der EU ist, wird sie zunehmend benachteiligt. Das soll sich nach dem Willen von 18 europäischen Regionen und über 50 EU-Abgeordneten ändern. Heute übergeben sie dem für Mehrsprachigkeit zuständigen Kommissar Leonard Orban ihren Forderungskatalog samt Unterschriftensammlung.
„Fast 100 Millionen Menschen sprechen in der EU Deutsch als Muttersprache. Und dennoch wird sie in der Praxis gegenüber dem Englischen und dem Französischen vernachlässigt“, sagt der hessische Europaminister Volker Hoff. Sechs Bundesländer haben sich mit Österreich sowie Regionen aus Belgien, Italien und Rumänien zusammengetan, um ihre Sprache zu verteidigen. Auch Bayern beteiligt sich an der Sache.
In ihrer gemeinsamen Erklärung listen die Mitstreiter diverse Beispiele auf, um die Benachteiligung des Deutschen aufzuzeigen. So werden immer weniger Vorlagen der Kommission ins Deutsche übersetzt. Die Behörde stufe einfach wichtige Dokumente zu „Anhängen“ herab, um sie nicht übersetzen zu müssen, heißt es in dem Schreiben. Auch Internetseiten gibt es meist nur auf Englisch und Französisch. Vor allem für kleine Unternehmen ergäben sich dadurch Nachteile, meinen die Sprachwächter. Denn gerade wenn es um regionale Förderungen gehe, erschwere eine Fremdsprache den Zugang zu den Mitteln. „Der Status des Deutschen als gleichberechtigte Arbeitssprache muss erhalten bleiben,“ fordert die fränkische CSU-Europaabgeordnete Anja Weisgerber.

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