Die alten Förderquellen sind versiegt

Fränkischer Tag, 10. November 2007

Die CSU-Europaabgeordnete Anja Weisgerber besuchte die Obermain-Therme. Mit Landrat Reinhard Leutner besprach sie, wie man neue EU-Mittel für den weiteren Ausbau und den Betrieb der Einrichtung bekommen kann

Bad Staffelstein — Wenn am Donnerstag, 15. November, der Abschluss der Umbauarbeiten an der Obermain-Therme gefeiert wird, geht auch ein anderes Kapitel zu Ende. Bislang wurde der Auf- und Ausbau dieser für den Landkreis wichtigen Einrichtung durch Fördergelder gestützt. Doch dies wird künftig so nicht mehr möglich sein. Gestern war die CSU-Europaabgeordnete Anja Weisgerber zu Gast im Landkreis. Die 31-Jährige Rechtsanwältin aus dem Raum Schweinfurt betreut die politische Europaarbeit in Oberfranken. Ihr wichtigstes Gesprächsthema mit Landrat Reinhard Leutner:Welche Programme kann man künftig nutzen, um die Entwicklung der Therme voranzutreiben? Zuvor hatte sie sich ins goldene Buch im Landratsamt eingetragen.

90 Millionen Euro investiert

„Etwa 90 Millionen Euro haben wir seit dem Bestehen der Therme investiert, der Anteil an För¬dergeldern aus verschiedenen Programmen lag bei etwa 40 Prozent“, sagt Landrat Reinhard Leutner. Träger der Obermain-Therme ist ein Zweckverband, Landkreis und die Stadt Bad Staffelstein sind je zur Hälfte an dem Unternehmen beteiligt. Beide können es sich nicht leisten, die Obermain-Therme zu einem Zuschussgeschäft werden zu lassen. Die Förderung durch staatliche Stellen, es waren über die Jahre rund 35 Millionen Euro, machte sich für die Region bezahlt. Bad Staffelstein hat sich zu einer der führenden Tourismusregionen in Nordbayern entwickelt, im Umfeld der Obermain Therme haben sich Gesundheitsbetriebe angesiedelt wie die benachbarte, privat betriebene Reha-Klinik, in der 430 Personen beschäftigt sind. In Verbindung mit Kloster Banz und Vierzehnheilgen besitzt die Region eine große Anziehungskraft für Urlauber. In diesem Jahr verlief die Entwicklung sehr gut. Bei der Zahl der Übernachtungen gab es zwischen Januar und Juli einen Zuwachs von 4,5 Prozent auf fast 308 000, davon entfallen etwa 181 000 auf Hotel, Pensionen und Ferienhäuser. Dazu kommen noch die Gäste, die im Markt Ebensfeld Urlaub machen.
Die 7,4 Millionen teure Maßnahme, dazu zählte unter anderem die Erweiterung und Umgestaltung des Eingangsbereiches sowie die Einführung eines neuen Kassensystems, bildet vorläufig den Abschluss subventionierter Investitionen. Zum Jahresende fällt der Landkreis aus der EU-Regionalförderung, etwa drei Dutzend Briefe schrieb der Leutner seit Anfang 2005 an politische Entscheidungsträger, um das abzuwenden. Vereinfacht gesagt stand der Landkreis einen Tick zu gut da, um die Kriterien einer Förderung zu erfüllen.
Man steht am Anfang der Überlegungen, wie es nun weitergehen soll, wurde gestern deutlich. Eine Umgestaltung anderer EU-Richtlinien könnte auch weiterhin EU-Mittel in den Raum bringen. Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) lautet das Programm, dessen Name gestern oft fiel. Er ist in Bereiche gegliedert, in denen sich auch Projekte in und um die Obermain-Therme unterbringen lassen. „Auch das bayerische Staatsprogramm zur energetischen Sanierung können man einsetzen“, nannte Weisgerber ein weiteres Beispiel.
Selbst bei der Vergabe von Mitteln im Rahmen von Förderungen im ländlichen Raum, könnte die Therme Mittel bekommen, wenn auch in relativ geringen Umfang. Auch eine mögliche Einbindung in das bayerische „Gesundheitscluster“ wolle man prüfen, sagte Leutner. Auch dahinter verbergen sich Programme, mit denen man Subventionen erhält. Denn die finanzielle Lage der Obermain-Therme wird sich in den nächsten Jahren nicht entspannen. Leutner nannte zwei Beispiele: „ Die Gebäude sind inzwischen 20 Jahre alt. Da muss man im Jahr mit Unterhaltskosten von 600 000 bis 700 000 Euro rechnen, die früher nicht anfielen.“
Auch der Unterhalt des Kurparks ist nicht billig: 750 000 Euro im Jahr schlagen dafür zu Buche, rechnete Leutner vor. „Und Bad Staffelstein steht finanziell nicht so gut da, dass sie uns da unterstützen könnte. Das belastet natürlich den Hauhalt der Obermain-Therme.“

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