Durchbruch per Gesetz?

Nürnberger Zeitung

Solarwärme-Industrie
FÜRTH – Die Preisexplosion am Markt der fossilen Brennstoffe macht`s möglich: Die deutsche Solarbranche boomt ohne Ende. Zweistellige Zuwachsraten lassen den Umsatz 2005 auf 2,6 Milliarden Euro ansteigen. Die Zahl der Beschäftigten in über 3000 Unternehmen – davon gut 100 Herstellern – liegt bei 30 000. Was fehlt, sind Bewerber für offene Stellen.
Carsten Körnig, Geschäftsführer der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS), hätte für diese glänzende Bilanz keine bessere Bühne haben können, als den „1. Bundeskongress für Solare Wärme“ in Fürth. 100 Teilnehmer, darunter mehrere ausstellende Firmen, kamen zu dem Branchentreff unter der Schirmherrschaft von Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf.
Der solare Glanz kann indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass die „Solarthermie“-Firmen trotz idealer Marktbedingungen den Durchbruch erst noch schaffen müssen. Was sie bislang ausbremst, ist zum einen die fehlende Einsicht der Bürger, dass die Preise für fossile Brennstoffe wie Öl und Gas weiter steigen werden. Zum anderen fehlt die Bereitschaft, vielfach aber auch das Kapital, um in die zukunftsträchtige Wärmegewinnung aus Sonnenenergie einzusteigen.
Staat muss die Zuschusspolitik ändern
Schuld daran ist auch die von der Politik bisher favorisierte und mit Zuschüssen bedachte Stromgewinnung aus Sonnen- und Windenergie, so die Branche. Aus Gründen des Verbraucher- und des Klimaschutzes gleichermaßen müsste das politische Engagement für den Ausbau der Solarwärme deutlich gesteigert werden, forderte Körnig. Er fand damit auch Zustimmung bei Anja Weisgerber, Europaabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Parteiarbeitskreises Umwelt der CSU.
Hier liege ein großes Potential für regionale Wirtschaftskreisläufe im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaft. Dies sei auch in den Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung eingeflossen, so Weisgerber. Die Politikerin aus Unterfranken erwartet von einer EU-Richtlinie zu diesem Thema eine „Schärfung des öffentlichen Bewusstseins, einen wichtigen Anschub und mehr Sicherheit für die Unternehmen.“

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