Ein schlafender Riese

Nürnberger Nachrichten

1. Bundeskongress für Solarwärme tagte in Fürth
10 000 Arbeitsplätze, eine Milliarde € Jahresumsatz und 20 bis 30 Prozent Wachstum: Bei diesen Zahlen ist es logisch, dass sich die Branche zum »Bundeskongress für Solare Wärme« versammelt. Am Freitag war es in der Stadthalle Fürth erstmals so weit.
FÜRTH - Natürlich dürfe nicht ausschließlich auf »ST« gesetzt werden - »ein vernünftiger Mix der erneuerbaren Energien ist notwendig«, sagt Carsten Körnig von der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS). Doch »es ist höchste Zeit, den schlafenden Riesen Solarthermie (ST) zu wecken«, meint er weiter.
Denn »nur fünf Prozent aller Eigenheime haben Sonnenwärmeanlagen. Und nur jede zehnte Heizungssanierung wird für Sonnenwärme genutzt«, nennt der Experte Körnig zwei aktuelle Zahlen. Ein enormes Potenzial bleibt also übrig, um noch mehr Kollektoren zu verkaufen. Dabei ist es egal, ob nur Brauchwasser erwärmt wird oder ob das jeweilige Gebäude zumindest teilweise mit Sonnenenergie beheizt werden soll.
Markt der Zukunft
Von ST-Aufträgen profitieren vor allem kleinere mittelständische Unternehmen, wie Ralph Gill weiß: »Die Wertschöpfung liegt vor allem im Handwerk.« Der Ministerialrat aus dem Bayerischen Umweltministerium sieht bei ST im Besonderen und erneuerbaren Energien im Allgemeinen »Wachstumsmärkte der Zukunft«. Und gerade bei »größeren Wohngebäuden und Siedlungen mit Nahwärmenetzen« gebe es »effiziente Einsatzmöglichkeiten«, meint der Ministeriale aus München.
Fürths Bürgermeister Hartmut Träger sieht gerade hier positive Zeichen: »Firmen werben inzwischen mit der Solarstadt Fürth für ihre Immobilien«, hat er beobachtet. Doch auch in Fürth sei die ST »ausbaufähig: Erst 244 Anlagen mit 2280 Quadratmetern Fläche sind registriert«, berichtet Träger.
Dabei ist Fürth damit weit vorn. In der halb-offiziellen Solarbundesliga liegt Fürth zurzeit auf Platz 1 bei den Großstädten bayernweit.
Zu viele Bedenkenträger
Wie Träger, so bestätigen auch Vertreter von mehreren Berliner Wohnungsunternehmen, dass auf den Dächern von Mietshäusern in Deutschland noch viel Platz ist für weitere Anlagen von Sonnenkollektoren. Das Potenzial der ST für Umsatz und Arbeitsplätze hat sich inzwischen bis ins Europäische Parlament in Straßburg herumgesprochen. Die CSU-Europaabgeordnete Anja Weisgerber zum Beispiel möchte vermeiden, dass es den »Bedenkenträgern und rückwärts gerichteten Lobbyisten gelingt, die erneuerbaren Energien zu bremsen«.Denn wie der UVS fordert auch sie eine »energiepolitische Unabhängigkeit« durch den verstärkten Einsatz der Sonnenenergie: Mit 50 Mrd. € jährlich belaste allein der Ölimport die deutsche Volkswirtschaft, so UVS-Sprecher Körnig. HEINZ WRANESCHITZ

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