Einigung über CO2-Werte für Transporter in Sicht

www.dvz.de, 09. Dezember 2010

Der EU-Ministerrat und das Europäische Parlament (EP) stehen kurz vor einer Einigung über die geplanten CO2-Grenzwerte für Kleinlaster bis 3,5 Tonnen. Bei informellen Verhandlungen verständigten sich beide Institutionen bereits auf die kurzfristigen Reduktionsziele von 2014 an. Offen ist hingegen noch das Langfristziel für 2020. Die entscheidende Verhandlungsrunde wurde für den 15. Dezember anberaumt.

Rat und EP sind sich einig, dass von 2014 an schrittweise ein verbindlicher CO2-Grenzwert von 175g/km eingeführt werden soll. Diesen Durchschnittswert für die gesamte Transporterflotte eines Herstellers müssten 70 Prozent der in diesem Jahr produzierten Fahrzeuge erreichen. 2015 wird dieser Anteil auf 75 Prozent, 2016 auf 80 Prozent und 2017 auf 100 Prozent angehoben.

Dieser Kompromiss könnte jedoch wieder in Frage gestellt werden, wenn keine Einigung über das Langfristziel erzielt wird, sind sich die EP-Unterhändler einig. "Bei unserem wichtigsten Punkt, den CO2-Ausstoß von 2020 an auf 140 g/km zu begrenzen, stellen sich die Mitgliedstaaten mit fadenscheinigen Argumenten und halbherzigen Kompromissvorschlägen bislang quer", bedauert der SPD-Europaabgeordnete Matthias Grote. Das Argument, die Autoindustrie werde nach wie vor von der Wirtschaftskrise gebeutelt, sei schlichtweg nicht wahr. Nach EP-Informationen blockieren vor allem Deutschland und Frankreich.

Derweil ist der Rat dem EP beim Langfristziel 2020 bei der jüngsten Verhandlungsrunde mit einem Grenzwert von 150 g/km weiter entgegengekommen. Die EP-Unterhändler beharren aber auf 145 g/km. "Das ist ein realistischer Kompromiss", sagt die CSU-Europaabgeordnete Anja Weisgerber. Denn wenn die Fahrzeuge letztlich unerschwinglich würden, blieben die Stinker länger auf der Straße, was nicht im Sinne des Umweltschutzes sei. Der ursprüngliche Vorschlag der Kommission von 135 g/km hätte nach Information Weisgerbers zu Mehrkosten von 20 Prozent für größere Transporter­ ­geführt.

Werden die 145 g/km am 15. Dezember vom Rat nicht akzeptiert, wird das EP wie vorgesehen seine erste Lesung der Kommissionsvorschläge vornehmen. Die angestrebte schnelle Einigung wäre damit aber vorerst gescheitert.

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