Entspannung in Sicht

Kitzinger, 12. Dezember 2008

„Es ist Entspannung in Sicht“, lautete die Botschaft der unterfränkischen Europaabgeordneten Dr. Anja Weisgerber bei einer Informationsveranstaltung zur neuen EU-Pflanzenschutzmittelnovelle. Zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Gerhard Eck hatte sie Landwirte, Winzer und Gärtner ins Pfarrheim Werneck eingeladen, um über die Entwicklung auf europäischer Ebene zu berichten. Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Bezirk Unterfranken, Bernhard Weiler, begrüßte die Aussagen Weisgerbers, wonach sie im Parlament in zweiter Lesung durchsetzen konnte, dass nicht mehr bis zu 85 Prozent der zugelassenen Wirkstoffe nach der neuen Regelung auf der Kippe stehen.
„Wir brauchen gut geprüfte Pflanzenschutzmittel und keine Aussortierung alleine auf ideologischer Gefahrenabschätzung ohne wissenschaftliche Grundlage“, bedankte sich Bernhard Weiler bei der Europaabgeordneten für ihr Engagement im EU-Parlament. Erst die Dosis mache das Gift, sei ein alter Grundsatz, stellte Weiler die Position des Bauernverbandes klar. Weiler kritisierte den Ansatz der Berichterstatterin von den Grünen im EU-Parlament, die den reinen Wirkstoff ohne Mengen- und Anwendungsangaben beurteilen wollte. Folge solchen Handelns wäre das Verbot von Pflanzenschutz in Europa und der Import von Lebensmitteln mit Rückständen ungeprüfter Chemikalien.
Weiler begrüßte für den Bauernverband auch die zukünftige Wirkstoffzulassung in drei regionalen europäischen Zonen. Die Zulassungen werden zukünftig gegenseitig anerkannt. „Ich hoffe, dass in diesen Zonen die Pflanzenschutzwirkstoffe dann tatsächlich einheitlich angewendet werden dürfen und so der Markt harmonisiert wird.“ Das Gesundheits- und Verbraucherschutzniveau werde sich dem hohen deutschen Maßstab annähren, erläuterte Weisgerber. So würden Wettbewerbsnachteile, die die deutsche Landwirtschaft aufgrund des strengen deutschen Zulassungsverfahrens habe, in Zukunft weniger werden.
Auch Befürchtungen, gerade Pflanzenschutzmittel für kleinere Anbaukulturen wie Obst, Gemüse oder Wein könnten mit den neuen Zulassungsregeln vom Markt verschwinden, konnte Weisgerber entkräften. „Wir haben es geschafft, gerade für die Sonderkulturen spezielle Ausnahmeregelungen zu treffen. Dadurch wird gewährleistet, dass ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, um auch gegen Resistenzen ausreichend gewappnet zu sein. Neu wird es einen europäischen Sonderfonds geben, aus dem die Entwicklung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln für Sonderkulturen finanziert werden wird“, sagte Weisgerber.
Weiler forderte die Industrie auf, auch zukünftig umweltverträgliche Pflanzenschutzmittel zu entwickeln und der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Ernährungssicherheit, so Weiler, brauche auch in Mitteleuropa ertragssichernden und qualitätserhaltenden Pflanzenschutz für eine ausreichende Versorgung mit gesunden Lebensmitteln.

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