"Es herrscht Rohstoffhunger"

Schweinfurter Tagblatt, 6. Februar 2008

„Franken Rohstoff“ klagt über Handelshemmnisse wegen EU-Recht

Von einem wachsenden Markt mit Sekundär-Rohstoffen will das Sennfelder Unternehmen „Interseroh Franken Rohstoff“ profitieren. Einziges Problem: Bürokratie hemmt derzeit den freien Warentransfer mit Geschäftspartnern in Italien, klagt Geschäftsführer Bernhard Seufert.

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Mit rund 500 000 Tonnen gehandeltem Stahl- und Metallschrott pro Jahr gehört die Firma „Interseroh Franken Rohstoff“ (eine Tochter der Interseroh AG) zu den erfolgreichen Unternehmen in der Region. Die Nachfrage nach Schrott sei enorm, berichtet Geschäftsführer Bernhard Seufert: „Schrott wird rund um die Welt gehandelt, es herrscht ein riesiger Rohstoffhunger und das Preisniveau ist hoch.“ In den vergangenen Jahren, bestätigt Vorstand Christian Rumbach, habe sich der Weltaußenhandel auf diesem Sektor verdoppelt, momentan werden vor allem neue Marktsegmente im Osten erschlossen.

Trotzdem ist das Unternehmen derzeit nicht sorglos und erhofft sich von der CSU-Europaabgeordneten Anja Weisgerber Hilfe. Denn: Nach der neuen EU-Abfallverordnung, die seit Juli vergangenen Jahres gilt, gibt es Unstimmigkeiten mit Geschäftspartnern in Italien. Während in Deutschland und allen anderen EU-Ländern Metallschrott als Abfall definiert wird, schießt Italien quer.

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Weisgerber ist sich der Sachlage bewusst: „Wir haben schon mehrere Beschwerden bekommen, ich werde das Problem in Brüssel ansprechen, mich auch mit italienischen Kollegen austauschen“, sagt sie bei einem Besuch des Unternehmens. Der „überholte und missverständliche“ Abfallbegriff solle einer klaren europaweiten Definition weichen, die die Rechtssicherheit erhöht und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Unternehmen in Europa schafft. „Wir wollen Europa zu einer Recyclinggesellschaft machen und unsere vorhandenen Rohstoffe und Ressourcen effizienter nutzen“, so Weisgerber.

Stichwort
Interseroh Die Interseroh AG ist einer der führenden Dienstleistungs- und Rohstoffkonzerne in Europa. Das Unternehmen hat rund 70 Standorte in Deutschland und Europa und versorgt die Papier-, Stahl-, Kunststoff- und Holzwerkindustrie sowie Biomassekraftwerke.


Von unserem Redaktionsmitglied Katja Glatzer-Hellmond

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