Etappensieg für den Bocksbeutel

DDP Würzburg, 21. November 2007

Beim Kampf um den Erhalt des Bocksbeutels haben die fränkischen Winzer einen Etappensieg erzielt. Während der besondere Schutz der Flaschenform in einem ersten Entwurf der Reform der Weinmarktordnung nicht mehr vorgesehen war, verabschiedete der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments am Mittwoch ein Papier zum Schutz des Bocksbeutels.

Aktuelle Nachrichten - Würzburg/München (ddp-bay). Beim Kampf um den Erhalt des Bocksbeutels haben die fränkischen Winzer einen Etappensieg erzielt. Während der besondere Schutz der Flaschenform in einem ersten Entwurf der Reform der Weinmarktordnung nicht mehr vorgesehen war, verabschiedete der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments am Mittwoch ein Papier zum Schutz des Bocksbeutels.

Endgültig entschieden wird über die umstrittene Reform aber erst beim Europäischen Rat am 15. Dezember.

Bayerns Europaminister Markus Söder (CSU) sagte: «Die fränkischen Winzer können aufatmen. Wir sind einen großen Schritt zur Rettung des Bocksbeutels vorangekommen.» Er appellierte an das Plenum des Europäischen Parlaments und den Rat, dem Entwurf zu folgen.

Auch die unterfränkische Europaabgeordnete Anja Weisgerber (CSU) sprach von einem ersten Erfolg: «Damit setzen wir ein deutliches Zeichen dafür, dass der Bocksbeutel fränkisch bleibt.» Ferner habe sich der Ausschuss für die Beibehaltung der traditionell in Deutschland verwendeten Anreicherung von Wein mit Zucker ausgesprochen. Dies sei für die deutschen Winzer von großer Bedeutung, da die Trauben hier in schlechten Jahren nicht genügend Eigensüße entwickelten.

Ein weiterer strittiger Punkt an den Reformplänen der Europäischen Kommission waren die Regeln für die Etikettierungen. Diese sahen vor, keine Lagen mehr angeben zu dürfen und auch auf Tafelweinen den Jahrgang und die Rebsorte schreiben zu dürfen. «Wir haben im Parlament durchgesetzt, dass diese Angaben auch in Zukunft nur auf Qualitätsweinen stehen», sagte Weisgerber.

Auch der SPD-Europaabgeordnete Wolfgang Kreissl-Dörfler zeigte sich zufrieden. «Jetzt sollte es gelingen, die traditionellen Weinanbauverfahren zu erhalten», sagte er. Er appellierte an Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) in den Verhandlungen mit seinen EU-Kollegen hart zu bleiben.

Der Geschäftsführer des Fränkischen Weinbauverbandes, Hermann Schmitt, zeigte sich auf ddp-Anfrage noch zurückhaltend: «Wir sind dankbar für dieses Zwischenziel, werden den Sekt aber erst öffnen, wenn der Europäische Rat entschieden hat.»

21.08.2020
Sitzung des FU-Landesvorstandes
21.08.2020
Bürgersprechstunde in Kitzingen
01.09.2020
Gespräche in Berlin
04.09.2020
JU Unterfranken kommt nach Grafenrheinfeld und Gochsheim
07. - 11.09.2020
Sitzungswoche des Deutschen Bundestages in Berlin

Politik in Bildern