EU-Arbeitgeber müssen keinen Sonnenschutz garantieren

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BRÜSSEL (Dow Jones)--In der EU müssen Arbeitgeber auch künftig ihre Arbeitnehmer nicht vor Sonnenstrahlen schützen. Das haben die EU-Botschafter am Mittwoch beschlossen. Damit habe sich das Europäische Parlament im Vermittlungsverfahren um die umstrittene "Sonnenscheinrichtlinie" durchgesetzt, teilte die CSU-Abgeordnete Anja Weisgerber mit. Auch die EU-Kommission hatte bereits angekündigt, dass sie die Richtlinie zum Schutz der Arbeitgeber vor optischer Strahlung nur auf künstliche Strahlen wie Laser beschränken wolle.

Ursprünglich hatten Ministerrat und Kommission mit der Direktive auch natürliche Strahlung erfassen wollen. Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft sowie die Europäische Vereinigung kleiner Unternehmen (ESBA) waren dagegen Sturm gelaufen und hatten vor überbordender Bürokratie und hohen Kosten gewarnt.

Die Europaabgeordneten haben sich letztendlich unter Führung der Konservativen damit durchgesetzt, dass es den Mitgliedstaaten selbst überlassen bleibt, ob sie den Arbeitgebern entsprechende Verpflichtungen auferlegen wollen. Dies muss jetzt noch formell vom Vermittelungsausschuss und danach vom Ministerrat und dem EP-Plenum bestätigt werden.

Die Richtlinie ist eine von vier Einzelvorgaben der Rahmenrichtlinie zu Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz von 1989. Für den Schutz vor Lärm, Vibrationen und elektromagnetischer Strahlung wurden bereits Direktiven verabschiedet.
-Von Angelika Steinfort, Dow Jones Newswires; 32 2 7411490, europa.de@dowjones.com
DJG/ang/apo

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