Flughafentechnik aus Mömbris auch für Bahrain

Main Echo, 26. November 2010

Viele, die zum Einkaufen ins Gewerbegebiet Klinger in Mömbris fahren, kommen an der Cavotec Fladung GmbH vorbei. »Irgendwas mit Flugzeugen«, lautet meist die Antwort auf die Frage, was dort gemacht wird.

Anlässlich der Ereignisse rund um den Airbus A 380 hat sich das Unternehmen entschlossen, einigen Politikern ein System vorzustellen, mit dem die Flugzeuge in ihren Parkpositionen an den Flughäfen umweltschonend mit allem Notwendigen versorgt werden können. Eingeladen waren Bürgermeister Felix Wissel, Landrat Ulrich Reuter und die Europaabgeordnete Anja Weisgerber sowie Ernst Müller von der Bürgeraktion pro Flughafen.
Flugzeuge benötigen eine Vielzahl an Service- und Zusatzgeräten während sie in ihrer Parkposition für den nächsten Flug vorbereitet werden. Dazu gehören Treibstoff, Strom, Wasser und klimatisierte Luft, so dass in der Regel jede Menge große und kleine Fahrzeuge rund um das Flugzeug stehen - meist mit laufenden Motoren oder Dieselgeneratoren.

Unterirdisch verlegt

Cavotec Fladung bietet dagegen ein System, das unterirdisch verlegt wird. Damit das Flugzeug dann ordentlich versorgt werden kann, fahren so genannte Energiesäulen aus dem Boden heraus. An diesen können die entsprechenden Kabel und Schläuche direkt angeschlossen werden. Die Säulen sind dabei so platziert, dass die zu überwindende Strecke zwischen Säule und Flugzeug möglichst gering ist.
Das bringt zum einen eine Zeit- und Kostenersparnis mit sich, andererseits wird aber auch die Umwelt geschont, da die großen Lkw und Dieselgeneratoren nicht mehr benötigt werden. Es hat aber noch einen weiteren umweltschonenden Vorteil: Die Flugzeuge können nach dem Anschluss an das Cavotec-System ihr APU abschalten.
Das APU (Auxiliary Power Unit) ist ein Hilfstriebwerk, das in der Regel die elektrische Energie für den Betrieb des Flugzeugs am Boden liefert. Es sitzt im Heck des Rumpfes und versorgt die Bordelektronik (Avionik) mit Strom, betreibt die Klimaanlage und sorgt für Druckluft zum Anlassen der Triebwerke. Sobald die Triebwerke laufen, wird das APU abgeschaltet -  und umgekehrt wieder eingeschaltet, sobald die Haupttriebwerke nach der Landung abgeschaltet werden. Das APU besteht in der Regel aus einer Verbrennungsmaschine, einem Generator und diversen Hilfsaggregaten, so dass letztlich Abgase und Lärm entstehen.
»Wir verkaufen unser System an den Flughafenbetreiber«, erklärte Geschäftsführer Bernhard Wuermeling. Dort werde es an den gewünschten Parkpositionen eingebaut, wobei die Größe des Flughafens und der anzudienenden Flugzeuge keine Rolle spielen.
In Frankfurt versorge das Cavotec-System bereits einen Teil mit Strom, die Erweiterung zur Versorgung mit Luft soll folgen. Der für den Verkauf zuständige Kai Fladung, Sohn des inzwischen verstorbenen Firmengründers, ergänzte, dass in Los Angeles beispielsweise der A 380 den ganzen Tag in der Sonne stehe und sich dabei entsprechend aufheize.

Hilfstriebwerke überlastet

»Das APU schafft die Abkühlung nicht, daher kommt unser System zum Einsatz«, sagte er. Ab Ende des Jahres werde auch der Flughafen in Bahrain mit dem Cavotec-System ausgestattet. »Die Verhandlungen laufen schon seit einigen Jahren, doch die aktuellen Triebwerksprobleme des A 380 haben unsere Position dabei sicher unterstützt«, so Fladung weiter. »Mit unserem System wollen wir zeigen, dass trotz steigender Flugzeug- und Passagierzahlen sowie steigender Ölpreise Einsparungen, vor allem im Bereich der Umwelt, möglich sind«, sagt Wuermeling. Nach seinen Angaben amortisieren sich die Investitionskosten für die Flughafenbetreiber bereits nach drei bis fünf Jahren.

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