Keimzellen der Demokratie

MainPost, 07. Juli 2014

„So wie die Familien die Keimzellen der Gesellschaft sind, so sind die Ortsverbände der politischen Parteien mit ihren vielen Mitgliedern die Keimzellen unseres demokratischen Deutschland.“ Und da mache der CSU mit ihren 70 Ortsverbänden allein im Landkreis Schweinfurt so schnell niemand etwas vor, meinte die Kreisvorsitzende Anja Weisgerber (MdB).

„Die Demokratie lebt vom Mitmachen“, betonte sie und so wurden am Ehrennachmittag des CSU-Kreisverbandes viele, die seit langen Jahren „mitmachen“, geehrt. Für jeden der 105 zu Ehrenden hatte Weisgerber ein persönliches Wort und bei jedem zeigte sich, dass er nicht nur in der Partei aktiv ist, sondern auch darüber hinaus bürgerschaftliches Engagement zeigt.

Neben der Freude über das gute Abschneiden bei den Kommunalwahlen analysierte Weisgerber auch das eher magere Abschneiden ihrer Partei bei den Europawahlen. Man habe die eigenen Wähler nicht mehr zum Urnengang mobilisieren können, auch der Wegfall der Drei-Prozent-Hürde habe die etablierten Parteien Stimmen gekostet und die Europakritiker habe man auch nicht gewonnen, die seien zur AfD abgewandert.

Dennoch müsse jetzt Schluss sein mit öffentlicher gegenseitiger Kritik innerhalb der CSU, forderte Weisgerber: „Wir dürfen uns nicht schlechter machen, als wir sind.“ In Berlin könne die CSU „Vollzug melden“. Man habe Steuererhöhungen verhindert, zum ersten Mal seit 1969 einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt, die Mütterrente eingeführt und „die PKW-Maut kommt“, prophezeite Weisgerber.

Für die Laudatio auf die langjährigen Mitglieder holte sich der Kreisvorstand Unterstützung von einem gebürtigen Unterfranken, dem früheren Staatsminister und ehemaligen CSU-Generalsekretär Thomas Goppel. Geburtstage seien dazu da, dass man zurückblicke und diskutiere, was sich lohne weiterzumachen. Die Generation, die heute für 40, 50 oder gar 60 Jahre Mitgliedschaft in der CSU geehrt werde, sei eine „Generation, die stolz auf sich sein kann, auch wenn sie so viel nörgelt wie keine Generation zuvor“, stellte Goppel fest. „Die Diskussion um die Zukunft steht an erster Stelle“, betonte Goppel. Man müsse ständig neu debattieren, ob man die richtigen Maßstäbe gesetzt habe. Dabei begrüßte Goppel die „neue Mischung“ in Bayern. Nach dem Krieg habe man rund sechs Millionen Bürger gehabt, die Zahl hat sich „ohne eigenes Zutun“ mehr als verdoppelt. Begonnen habe diese Entwicklung mit den Heimatvertriebenen nach dem Krieg, dann kamen Norddeutsche, Österreicher, Amerikaner und andere dazu. Das multikulturelle Bayern bezeichnete Goppel als „eine glückliche Mischung“. Die Entwicklung Bayerns habe dadurch an Tempo zugelegt, eine Geschwindigkeit eingeschlagen, „die nicht bayerisch ist“. Man sei ein bisschen aufgeschlossener geworden, habe aber das rechte Maß noch nicht gefunden, meinte der Festredner. Die Tüchtigen gingen dorthin, wo Entwicklung möglich ist, betonte Goppel und forderte, diese Chancen in Bayern zu belassen und nicht zu exportieren.

Dann sprach Goppel die drängenden Fragen der Zukunft an. Was wird aus der Rente? 1990 habe man 16 Millionen neue Rentenempfänger aufgenommen, die nie zuvor eingezahlt hatten. „Gelegentlich sollten wir unsere Landsleute im Osten daran erinnern, dass wir sie mitnehmen.“ Die Pflegefrage müsse angesichts des demographischen Wandels sehr seriös diskutiert werden, forderte er. Dann sang er ein Loblied auf die Familie, die angesichts von Patchworkfamilien, Lebenspartnerschaften und anderem immer mehr aus dem Blick gerate. Man brauche neue Bildungswege, dürfe die Familie aber auf keinen Fall aufgeben, forderte Goppel.

Den vollständigen Artikel erhalten Sie hier!

21.01.2019
Bezirksvorstandssitzung der Frauen-Union Unterfranken in Würzburg
27.01.2019
Neujahrsempfang der CSU Schweinfurt-Land mit Monika Hohlmeier in Schwebheim
28.01. - 01.02.2019
Sitzungswoche im Deutschen Bundestag in Berlin

Politik in Bildern