Kleinlaster müssen sauberer werden

Main Post, 21. Dezember 2010

Die EU holt zu einem weiteren Schlag gegen "Stinker" auf den Straßen aus: Nach den Pkw bekommen nun auch die Mini-Busse, Kleinlaster und Transporter zumindest einen Filter verpasst. Am Montag einigten sich die Umweltminister der Gemeinschaft auf einen verschärften Fahrplan zum Abbau der CO2-Emissionen, die derzeit bei rund 200 Gramm je gefahrenem Kilometer liegen. Ab 2014 dürfen demnach nur noch Fahrzeuge auf den Markt kommen, die höchstens 175 Gramm ausstoßen. Bis 2020 sollen alle Neufahrzeuge die Marke von 147 Gramm schaffen, besser noch darunter bleiben. Wer die neuen Grenzwerte nicht einhält, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.

Je Gramm Kohlendioxid zu viel werden 95 Euro fällig. Eigentlich wollte die Kommission sogar 135 Gramm und 120 Euro Strafe vorschreiben und noch mehr Druck machen, um innerhalb des nächsten Jahrzehnts alle "Sprinter" auf Hybrid-Antribe umzustellen. Doch sie konnte sich nicht durchsetzen. "Elektro-Transporter sind mittelfristig kaum marktreif", sagte die CSU-Europaabgeordnete Anja Weisgerber dieser Zeitung. Bundesumweltminister Norbert Röttgen erklärte in Brüssel: "Wir haben lange mit uns gerungen, weil die Automobilindustrie ein wichtiger Sektor ist. Nun haben wir eine gute Lösung gefunden."

Das werden augerechnet jene mittelständische Betriebe, die auf die kostengünstigen Klein-Lkw setzen, anders sehen. In Brüssel hieß es, dass die Fahrzeuge vermutlich "um einige tausend Euro teurer" werden, wenn neue Motor-Technologien zum Zug kommen sollen. Angesichts der deutlich niedrigeren Stückzahlen müssten die Käufer eben deutlich höhere Anschaffungskosten einkalkulieren. Dennoch will Brüssel nicht lockerlassen und setzt darauf, dass das EU-Parlament den Kompromiss spätestens im Februar verabschiedet.

Bei den Herstellern, aber auch beim Handwerk und vielen Dienstleistern regt sich bereits Widerstand. Schließlich werden die Käufer ohnehin schon mit immer neuen Auflagen "gequält". Ab 2012 dürfen die Nutzfahrzeuge, die in manchen Betrieben schwere Lkw ersetzten, in die Aurobahn-Maut einbezogen werden. Die kann darüber hinaus auch auf jene Straßen ausgeweitet werden, die gerne als Ausweichrouten genutzt werden. Viele Städte und Gemeinden wollen auf diese Möglichkeit zurückgreifen, denn die "Sprinter", die fast ausnahmslos mit Diesel-Antrieb unterwegs sind, verhageln den Kommunen ihre Feinstaub-Bilanz. Gerade Diesel-Abgase emittieren jene Kleinstpartikel, die innerhalb der Städte die menschlichen Atmungsorgane belasten. Auch die Bundesregierung hat bereits angekündigt, spätestens 2013 von den Transportern die Einhaltung der dann aktuellen Euro-Norm zu verlangen.

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