Kompromiss zur CO2-Einsparung von Kleinlastern in Reichweite

Deutsche Handwerkszeitung, 29. November 2010

Die künftige EU-Richtlinie zu CO2-Limits für leichte Nutzfahrzeuge könnte noch in diesem Jahr angenommen werden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks fordert eine mittelstandsfreundliche Ausgestaltung.

Die EU-Regierungen wollen, dass die Transporter spätestens ab dem Jahr 2020 höchstens 155 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer in die Umwelt ausstoßen. Der Umweltausschuss des EU-Parlaments setzt sich für eine Höchstgrenze von 140 Gramm ein. In Brüssel wird erwartet, dass zwischen den beiden Werten ein Kompromiss gefunden wird. "Wir sind für ambitionierte Werte, behalten aber gleichzeitig die Kosten für den Mittelstand im Auge", sagte die CSU-Europaabgeordnete Anja Weisgerber.

"Damit die EU das europaweite Ziel erreichen könne, bis zum Jahre 2020 die CO2-Emissionen um 20 Prozent zu senken, braucht sie einen deutlich ehrgeizi­geren Grenzwert als der Rat vorschlägt“, sagte der SPD-Europaabgeordnete Matthias Groote. "Die gleiche Diskussion gab es bereits bei der PKW-Gesetzgebung vor knapp zwei Jahren. Damals hieß es auch, dass die beschlossene 130 Gramm-Zielvorgabe für Pkw unerreichbar sei. Heute wissen wir, dass das nicht stimmte und die Hersteller die neuen Grenzwerte ab 2012 durchaus problemlos erreichen werden.“, sagte Groote.

Produktionsnormen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes von leichten Nutzfahrzeugen sind grundsätzlich zu begrüßen, sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), der Deutschen Handwerks Zeitung. Der CO2-Grenzwert für Transporter müsse jedoch mittelstandsverträglich ausgestaltet werden. Eine zu schnelle Umsetzung von sehr ambitionierten Grenzwerten könnte zu sprunghaft steigenden Preisen für die Fahrzeuge führen – entweder durch die Abwälzung der Strafzahlungen oder durch extrem teure Technologie. "Unsere Betriebe wünschen verbrauchsarme und umweltfreundliche Fahrzeuge – sie sind aber auf bezahlbare Flotten angewiesen", sagte Schwannecke. Deshalb befürworte der ZDH großzügige Grenzwerte, die die typischen Produktionszyklen und die zu erwartende Technikentwicklung realistisch einbeziehen. "Ich setze auf die Vernunft aller Beteiligten aus Rat und Parlament und erwarte einen wirtschaftlich und ökologisch sinnvollen Kompromiss“, sagte Schwannecke.

In Brüssel wird eine Einigung über die neuen Grenzwerte für die nächste Verhandlungsrunde zwischen Ministerrat und Parlament am 29. November erwartet. Im Dezember könnte dann das Plenum des Europaparlaments die neue EU-Richtlinie annehmen.

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