Landrat: Ich bin maßlos enttäuscht

Auszug aus Mainpost, 14. Dezember 2007

Antrag des Landkreises Haßberge für die Leader-Förderung abgelehnt
„Maßlos enttäuscht“ ist Landrat Rudolf Handwerker, dass der Antrag der Lokalen Aktionsgemeinschaft (LAG) Haßberge zur Aufnahme in die derzeit laufende Leader-Förderung der Europäischen Union abgelehnt wurde. Dies teilte das Bayerische Landwirtschaftsministerium am Mittwoch mit.

Wie mehrfach berichtet, beschäftigen sich Verantwortliche und zahlreiche engagierte Bürger in der Region schon seit mehr als zwei Jahren mit der Leader-Förderung der EU, durch die der ländliche Raum mit Projekten gezielt gestärkt werden soll. „In diesen Prozess ist gerade im Landkreis Haßberge ungewöhnlich viel Wissen, Sachkunde und bürgerschaftliches Engagement eingebracht worden“, berichtet Leader-Geschäftsführerin Annette Wasser. Im vergangenen Frühjahr und Sommer erarbeiteten über 200 Bürger in mehreren Arbeitsgruppen ein „Regionales Entwicklungskonzept“ (REK) für den Landkreis, das dann im September für die Leader-Förderung in der laufenden Förderperiode 2007-2013 eingereicht wurde.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist das Scheitern des Antrags vornehmlich auf zwei Gründe zurückzuführen: Einerseits sollen es gewisse formale Kriterien gewesen sein und zweitens vermisste eine Kommission am Landwirtschaftsministerium offenbar die Bestimmung eines zentralen Zieles für die vorgeschlagenen Projekte.

Die Ausrichtung des Leader-Antrags der LAG Haßberge spiegele aber gerade die große Vielfalt dieses Raumes wieder, betont Landrat Rudolf Handwerker in einer am Donnerstag verbreiteten Presseerklärung. Sie sei auch ein Ausdruck des Leader-Prozesses im Kreis, der sich hier nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben entwickelt habe: „Die Ideen stammen hier tatsächlich aus den Arbeitskreisen und wurden dann vom Vorstand und dem Management der LAG nur in die richtige Form gebracht.“ Entsprechend viele Denkansätze enthalte er und sei deshalb wahrhaft authentisch.

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Enttäuscht zeigt sich auch die Europaabgeordnete Anja Weisgerber über die Entscheidung des Auswahlgremiums. „Die Entscheidung enttäuscht mich. Der Zug für die Haßberge ist aber noch nicht abgefahren. Ich ermutige den Landkreis, sich bei der neuen Auswahlrunde im Juni 2008 nochmals zu bewerben. Gerne unterstütze ich als Europaageordnete eine solche erneute Bewerbung.“


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