Mittelweg

Main Echo

Verbraucherschutz und Wettbewerbsfähigkeit vereint
An der Richtigkeit des Ziels herrschte kein Zweifel: Europa muss seine Bürger besser schützen vor Chemikalien, die Allergien auslösen, Krebs verursachen oder das Erbgut schädigen können. Die EU dar nicht hinnehmen, dass die Risiken von Stoffen, mit denen wir über Kleidung, Shampoo oder Teppiche täglich in Berührung kommen, seit Jahrzehnten nicht systematisch untersucht werden. Über den Weg hin zu diesem ehrenwerten Ziel wurde in Brüssel jedoch so erbittert gestritten wie selten.
Die EU-Kommission hatte in behördlichen Übereifer eine Chemikalienrichtlinie ausgearbeitet, die der europäischen Industrie einen Gutteil ihrer Wettbewerbsfähigkeit geraubt hätte. Ohne Rücksicht auf Kosten, Aufwand und tatsächliches Risiko sollte quer durch die Labore getestet und zertifiziert werden. Vor allem in Deutschland, wo sich noch immer die größte Chemiebranche der EU behauptet, drohte ein industriepolitisches Debakel.
Es ist dem Europaparlament daher hoch anzurechnen, dass es dieses bürokratische Mammutvorhaben in zweijähriger Kleinarbeit mit Realitätssinn alltagstauglich gestaltete. Der Verbraucher kann sich künftig darauf verlassen, dass Chemikalienhersteller im Zweifel stärker in die Verantwortung genommen werden. Die Produzentenmüssens ich vor einer EU-Agentur erklären und viele ihrer Stoffe eingehender prüfen, als ihnen lieb ist. Nur soll es eben kein Testen um des Testens willen geben. In der Abwägung zwischen den Interessen der Wirtschaft und dem Restrisiko für Mensch und Umwelt scheint ein vernünftiger Mittelweg gefunden.

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