Strahlende Kinderaugen – Über 2000 Schuhkartons machen sich auf den Weg

Revista, 01. Dezember 2010

„Also wenn ich mich ganz, ganz arm denken würde, dann wollte ich doch wenigstens eine Barbiepuppe haben und was zum Anziehen.“
Die neunjährige Lea hilft bunte Schuhschachteln in große Kartons zu verpacken. Die Sammelphase von “Weihnachten im Schuhkarton” ist beendet.

Seit 1995 ruft die Stiftung Kinderzukunft dazu auf, Weihnachtsgeschenke für Kinder in Not zu packen. Im vergangenen Jahr waren es fast 80.000 deutschlandweit, in Stadt und Landkreis Schweinfurt rund 2.000. Heuer, so Initiator Wolfgang Schnepf, werden es rund 300 bis 400 mehr sein.

Die Aktion will Kinder hier im reichen Deutschland auf die Not der Kinder in anderen Ländern aufmerksam machen. In diesem Jahr gehen die Päckchen, die hier mit Spielsachen, Naschwerk, Schreibutensilien oder Kleidung gefüllt wurden, nach Bulgarien, Georgien, in den Kosovo, nach Moldawien, Polen, Rumänien, Serbien, die Slowakei, Weißrussland sowie die Mongolei.

Natürlich hat Lea eine Barbiepuppe in ihr Päckchen gepackt, ihre gleichaltrige Freundin Selina hat das Packen der Mama überlassen. Schal, Handschuhe und Mütze, Schokolade und Zahnpasta sowie Schreibsachen landeten im Schuhkarton. Nächstes Jahr will Selina einen Schuhkarton für einen Buben füllen. Lea lacht: „Ich bin doch kein Junge, ich kann nur für Mädchen packen.“

Die Aktion Weihnachten im Schuhkarton erfreut sich wachsender Beliebtheit. Wolfgang Schnepf macht dies nun seit 12 Jahren und merkt, dass die Zahl der Päckchen von Jahr zu Jahr wächst. Seit fünf Jahren übernimmt die Europaabgeordnete Anja Weisgerber die Schirmherrschaft für den Landkreis, für die Stadt heuer erstmals Oberbürgermeister Sebastian Remelé. Weisgerber ist die Aktion ein „Herzensanliegen“. Sie sieht die strahlenden Kinderaugen unterm Weihnachtsbaum regelrecht vor sich.

Die kleine Lea ist da ein bisschen kritischer und überlegt: „Die kennen ja vielleicht nicht einmal Weihnachten.“ Aber dann stimmt sie Weisgerber doch zu: „Auf jeden Fall sind die happy, wenn sie eines von den Päckchen kriegen.“

Vom Egenhäuser Zwischenlager bei der Familie Schnepf machen sich die bunten Schuhkartons mit den vielen kleinen Geschenken jetzt auf den Weg zu einer Sammelstelle, an der noch einmal überprüft wird, ob sie auch nur solche Dinge enthalten, die im Empfängerland auch eingeführt werden dürfen.

Über ein weiteres Zwischenlager bringen dann internationale Speditionen die Schuhkartons in die Empfängerländer, wo sie meist von Kirchengemeinden an bedürftige Kinder verteilt werden. Dann gibt es die „happy kids“ mit den strahlenden Augen.

 

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