Vision vom Freibad-Land wird greifbar

Fränkischer Tag, 18. Dezember 2007

Fördermittel Der Landkreis Forchheim hat es erneut geschafft, an Fördermittel aus dem europäischen Leader-Topf zu kommen. Damit will Kulturreferent Toni Eckert die touristische und kulturelle Entwicklung der Region vorantreiben.

Ekkehard Roepert Forchheim 400 Arbeitsstunden haben Toni Eckert und seine Mitarbeiterinnen investiert. Der Aufwand hat sich gelohnt, der Kulturreferent des Landkreises spricht von einem „großen Erfolg.“
Forchheim und die Fränkische Schweiz gehören erneut zu jenen Regionen, die in den Genuss der europäischen Leader-Förderung kommen.
Toni Eckert ist ja nicht zum ersten Mal mit einem Förderantrag erfolgreich. Dennoch ist es alles andere als selbstverständlich, dass sich das Auswahlgremium auch wieder für den Raum Forchheim entschieden hat. Sieben oberfränkische Regionen werden bedacht. Insgesamt haben sich 59 Regionen um Leader-Mittel beworben, aber nur zwei Drittel der Bewerber kam durch.
Bei dieser Förderung gehe es nicht um Bedürftigkeit, sagt die Europaabgeordnete Anja Weisgerber, sondern darum, wer die besten Ideen für ein regionales Entwicklungskonzept hat.Und die Ideen, die aus dem Kulturamt des Landkreises Forchheim kommen, haben die Jury offensichtlich überzeugt. Wohl auch deshalb, mutmaßt Toni Eckert, weil im Forchheimer Konzept die internationale Vernetzung mit Leader-Gruppen in ganz Europa eine Rolle spielt. Etwa beim Thema Obstanbau. Der Ruf des Landkreises geht weit über die Landesgrenzen hinaus. Und für die Vision, in Hiltpoltstein ein Ausbildungs- und Informationszentrum für Obstbau zu errichten, gibt es schon jetzt interessierte Anfragen aus Tschechien, Italien oder Ungarn.
Ein anderes visionäres Konzept, das Toni Eckert im Entwicklungsplan ausgearbeitet hat, und mit Hilfe der Fördermittel verwirklichen will, trägt den Titel „Freibad-Land Fränkische Schweiz.“ Viele Bäder in der Fränkischen sind sanierungsbedürftig. Die Sanierung sei insgesamt ein „Marathon“, räumt Eckert ein. Aber wenn die Erneuerung geschafft ist, könnte ein vernetztes Freibad-Land Fränkische Schweiz große Bedeutung für den Tourismus in der Region gewinnen. Noch ein Beispiel für die 52 Projekte, die Eckert in den Entwicklungsplan aufgenommen hat. Eine Schleuse des Ludwig Donau Main Kanals soll zum Dokumentationszentrum ausgebaut werden. Mit dem alten Kanal habe der Kreis eines der bedeutenden Industriedenkmäler des 19. Jahrhunderts. Die „didaktische Aufbereitung“ werde „ein landesweit bedeutender Beitrag,“ sagt der Kulturreferent.
1,3 Millionen plus X für den Kreis EU-Abgeordnete Weisgerber rechnet vor, dass von den insgesamt 63 Leader-Millionen knapp 1,3 Millionen Euro nach Forchheim fließen.
Das ist auf den ersten Blick nicht viel für das ehrgeizige Entwicklungskonzept des Kreises. Aber, sagt Anja Weisgerber, diese Förderung funktioniere ähnlich wie die Dorferneuerung. Grob geschätzt bringe jeder geförderte Euro bis zu sieben Euro Folgeinvestitionen.

Diese Rechnung deckt sich in etwa mit den Schätzungen von Toni Eckert. Die grundlegende Formel 1,3 Millionen Euro plus X lasse hoffen, dass der Landkreis bis zu fünf Millionen in seine Entwicklung investieren kann. Die Leader-Mittel würden durch Zuschüsse des Freistaates, durch kommunalpolitische Mittel, durch Stiftungsgelder und durch Sponsoring ergänzt.

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