Wasser für Weisgerber

Schweinfurter Tagblatt

Bund-Aktion:
Politikerin soll sich für Wasserschutz einsetzen

Schwebheim: Die Schwebheimer CSU-Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber hat drei Wochen nach Weihnachten das vermutlich seltsamste Geschenk ihres bisherigen Politikerlebens bekommen: eine Flasche Leitungswasser. Ernst Bohlig, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz, klingelte am Freitag an der Haustür von Weisgerbers Wohnung, um ihr die Flasche persönlich zu überreichen. Damit das ganze kein Rätsel bleibt, hat er schwarz auf weiß eine Erklärung dazu gepackt. Mit dieser Aktion fordert der Bund Naturschutz die Europa-Parlamentarierin auf, sich für einen konsequenten Grundwasserschutz einzusetzen. Hintergrund der ungewöhnlichen Initiative: Ab diesem Mittwoch wird der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments über den Grundwasserschutz in Europa beraten und die bisherigen Richtlinien überarbeiten. Der Bund Naturschutz sieht mit Blick auf die Vorlagen noch Handlungsbedarf. Nach einer bereits gültigen Regelung darf sich die Gewässerqualität in Europa nicht verschlechtern. Aber genau das würde nach Bund-Auffassung passieren, wenn einige der 300 jetzt vorliegenden Vorschläge in die Tat umgesetzt werden.
Konkret fordern die Naturschützer, dass der Umgang mit Nitrat und Pestiziden aus der Landwirtschaft streng geregelt wird. Ein Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter sei zu hoch. Wörtlich heißt es: „Pestizide haben in unserem Grund- und Trinkwasser nichts verloren, dies muss sich in der neuen Richtlinie als Zielvorgabe in Richtung Nullwert widerspiegeln. Die Vorsorge muss Vorrang vor einer kostenintensiven Aufbereitung bekommen.“ Um ein Kilo Pestizide aus dem Naturkreislauf wieder herauszufiltern, müssen nach Informationen des Bund Naturschutz etwa 150 000 Euro ausgegeben werden. Außerdem fordert die Organisation eine umfassende Liste giftiger Stoffe, die auf keinen Fall ins Grundwasser gelangen dürfen.
Anja Weisgerber hat nach Bohlings Auskunft Flasche und Papier entgegengenommen und zugesagt, sich mit dem Sachverhalt auseinanderzusetzen. Ähnliche Hausbesuche haben am Wochenende auch andere EU-Parlamentarier in Deutschland bekommen, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit. Neben dem Bund Naturschutz wird die Aktion von der Interessengemeinschaft Kommunale Trinkwasserversorgung (IKT) und einer Aktionsgemeinschaft Hafenlohrtal (AGH) getragen.

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