Elektroschrott in ganz Europa sammeln, wertvolle Rohstoffe sichern

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments fordert eine bessere Sammlung und Wiederverwertung des Elektroschrotts in Europa. Nach dem Willen der Parlamentarier sollen die EU-Mitgliedstaaten bis 2016 mindestens 85 Prozent des von ihnen produzierten Elektroschrotts einsammeln. Mit dieser Sammelquote soll sichergestellt werden, dass die alten Elektrogeräte sachgemäß behandelt und entsorgt werden und keine negativen Folgen für die Umwelt und die Gesundheit entstehen. Zudem können so die wertvollen Rohstoffe in den Geräten wiederverwertet werden.

 

Während Deutschland mit seinen kommunalen Sammelstellen derzeit bereits eine hohe Sammelquote von knapp 40 Prozent erreicht, liegt der EU-weite Durchschnitt bei nur etwa 30 Prozent, in einigen Ländern weit darunter. Vorreiter sind die skandinavischen Länder mit fast 65 Prozent gesammeltem Elektromüll. „Wir wollen, dass alle Mitgliedstaaten den positiven Beispielen aus Deutschland und Skandinavien folgen und funktionierende Sammelsysteme einrichten.“, forderte Anja Weisgerber, Sprecherin für Umwelt der CSU-Gruppe im Europäischen Parlament.

 

 „Ausgediente Elektrogeräte landen leider immer noch zu großen Teilen im normalen Hausmüll, obwohl sie wertvolle Metalle enthalten. Gerade im innovativen Technologiestandort Deutschland können wir es uns nicht mehr leisten, diese weltweit knapper werdenden Rohstoffe einfach wegzuwerfen. Mit einer besseren Verwendung von Sekundärrohstoffen durch Recycling von Elektroschrott können wir einen Beitrag zur ausreichenden Rohstoffversorgung in der Zukunft leisten“, so Anja Weisgerber.

 

Um den Verbrauchern es möglichst einfach zu machen, gibt es eine besondere Regelung für sehr kleine Geräte wie Handys oder elektrische Zahnbürsten. Künftig können diese elektrischen Geräte sowohl bei den kommunalen Sammelstellen als auch gebührenfrei beim Elektrohändler abgegeben werden. „Eine einfache und problemlose Rückgabe von kleinen Elektrogeräten beim Händler nebenan ist verbraucherfreundlich und hilft dabei, die wertvollen Rohstoffe zu sammeln und zu recyclen. Denn gerade kleine Geräte enthalten besonders viele wertvolle Rohstoffe“, erläuterte die unterfränkische CSU-Abgeordnete die Vorteile der neuen Regelungen.

 

Zudem befürworten die Abgeordneten strenge Maßnahmen, um die illegale Ausfuhr von Elektroschrott in Entwicklungsländer zu verhindern. „Dort ist eine sachgemäße Entsorgung nicht gewährleistet und austretende Stoffe können ökologische und gesundheitliche Schäden verursachen.“, so Weisgerber weiter.

 

Der Umweltausschuss hat heute in zweiter Lesung über die Revision der sogenannten Elektroschrott-Richtlinie (Richtlinie über Elektro- und Elektronikaltgeräte) abgestimmt. Als nächsten Schritt werden die Vertreter von Parlament und Ministerrat in Verhandlungen um einen gemeinsamen Kompromisstext eintreten, bevor das Parlament voraussichtlich im Januar 2012 im Plenum endgültig über die Richtlinie entscheiden wird.

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