Umweltausschuss stimmt für nationale Energieeffizienzziele

Energieeffizienz kostengünstigster Teil der Energiewende /

Monatliche Strom- und Gasrechnungen für Verbraucher

„Die Steigerung der Energieeffizienz ist der mit Abstand kostengünstigste Teil der Energiewende. Jede Kilowattstunde Strom, die wir einsparen, muss nicht produziert und auch nicht bezahlt werden", kommentierte die unterfränkische CSU-Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber die heutige Abstimmung im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments zu dem Richtlinienvorschlag von Energiekommissar Günther Oettinger. Nach Berechnungen der EU-Kommission kann ein durchschnittlicher Haushalt durch Energieeffizienzmaßnahmen wie moderne Heizungssysteme, Wärmedämmungs-maßnahmen oder Bewegungsmelder mindestens 1000 Euro pro Jahr einsparen. „Allein mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien werden wir die Energiewende nicht schaffen, wir müssen die Energie auch effizienter einsetzen", so Weisgerber weiter.

 

Der Ausschuss stimmte im Unterschied zum Kommissionsvorschlag für verbindliche nationale Einsparziele für die Mitgliedstaaten. „Wir wollen verbindliche Ziele für 2020, aber im Gegenzug dafür mehr Flexibilität für die Mitgliedstaaten bei der Frage, wie sie diese Ziele erreichen. Mit diesem System haben wir gute Erfahrungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien gemacht. Kraft-Wärme-Kopplung ist eine gute Sache, aber nur dort, wo sie sinnvoll eingesetzt werden kann, um die Wärme effizient zu nutzen. Das können nur die Mitgliedstaaten und Behörden vor Ort entscheiden", so Weisgerber.

 

Der Entwurf der Richtlinie sieht zudem vor, dass die Verbraucher sehr viel besser als bisher über ihren Strom- und Gasverbrauch informiert werden. Einmal monatlich muss eine Rechnung in Papierform oder elektronisch ausgestellt werden. „Um Energie einzusparen, muss man wissen, wo die versteckten Stromfresser sitzen. Wenn ich meine Strom- und Gasrechnung wie meine Telefonrechnung monatlich statt einmal jährlich erhalte, habe ich einen besseren Überblick über den Verbrauch und kann mein Verhalten anpassen", sagte die Sprecherin der CSU-Europagruppe für Umwelt.

 

Hintergrund

Schon im Jahr 2007 haben die Staats- und Regierungschefs der EU sich darauf verständigt, bis 2020 20 Prozent Energie einzusparen. Mit den bislang beschlossenen Maßnahmen werden bis 2020 in Europa aber lediglich rund 9 Prozent Einsparung erreicht. Daher hat die EU-Kommission einen Richtlinienvorschlag vorgestellt, der den Mitgliedstaaten Maßnahmen zu Energieeinsparungen vorschreibt, zunächst aber keine verpflichtenden nationalen Einsparziele vorsieht.

 

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