Umweltausschuss stimmt über Strategie gegen Lebensmittelverschwendung ab

Die Zahlen sind alarmierend: Weltweit landen jedes Jahr mehr als 1,2 Mrd. Tonnen Lebensmittel im Müll. In der EU werden jährlich durchschnittlich 280 kg Lebensmittel pro Kopf weggeworfen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Schlechte Planung beim Einkauf, die Verlockung der preisgünstigeren Großpackung, die nicht aufgebraucht wird oder falsche Lagerung der Lebensmittel. Auch im Handel werden Frischwaren oft vorzeitig aussortiert, um sich im Wettbewerb um Frische mit den anderen Lebensmittelmärkten behaupten zu können. „Lebensmittel sind wertvoll und gehören nicht in den Müll. Die alarmierenden Zahlen zeigen, dass wir tätig werden müssen“, so die unterfränkische CSU-Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber.

Eine Forderung des Umweltausschusses, der heute über eine Stellungnahme zur Lebensmittelverschwendung abgestimmt hat, betrifft das Mindesthaltbarkeitsdatum. Der Ausschuss forderte, dass die Verbraucher besser über die auf der Verpackung angegebenen Daten und deren Bedeutung aufgeklärt werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem ein Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften wie Geruch, Farbe und Geschmack behält. „Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. 84 Prozent der Deutschen geben jedoch an, sich an das Mindesthaltbarkeitsdatum zu halten, das eigentlich nur eine Orientierungshilfe für den Verbraucher sein sollte. Hier muss der Verbraucher besser aufgeklärt werden“, kommentierte Anja Weisgerber. Neben dem Mindesthaltbarkeitsdatum gibt es noch das Verbrauchsdatum für verderbliche Waren wie zum Beispiel Hackfleisch: Sie sollten nach dem Ablauf nicht mehr verzehrt werden. „Ein Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum um einige Tage überschritten ist, ist nicht automatisch verdorben. Mit einem einfachen Augen-Nasen-Zungencheck kann jedermann schnell feststellen, ob der Joghurt noch genießbar ist. Wichtig ist daher, die Bürgerinnen und Bürger zu sensibilisieren – am besten bereits im Schulalter – und Tipps für den richtigen Umgang mit Lebensmitteln zu geben“, so Weisgerber abschließend.

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