Weinabkommen EU-USA untergräbt Qualitätsansprüche der fränkischen Winzer / Weisgerber fordert Kennzeichnung amerikanischer Kunstweine

Brüssel. In wenigen Minuten beginnt die entscheidende Ratssitzung zum Weinhandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA. Die unterfränkische Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber (CSU) fordert „entscheidende Änderungen zugunsten der deutschen Verbraucher und Winzer“. Das Abkommen in der vorliegenden Form untergrabe die Qualitätsansprüche der fränkischen Weinbauern. Sie unterstütze die Bemühungen von Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer, das Abkommen zu Fall zu bringen, erklärte die Schwebheimer Politikerin.

Seehofer konnte durchsetzen, dass heute noch einmal konkret über die Inhalte des Abkommens diskutiert wird. Im Sinne der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher ist es das Ziel der Bundesregierung, einen „Freibrief für amerikanische Kunstweine“ zu verhindern. „Wenn das Abkommen an sich nicht mehr gekippt werden kann, müssen wir alles daran setzen, eine Kennzeichnungspflicht für Kunstweine durchzusetzen“, unterstützt Dr. Anja Weisgerber die Anstrengungen des Bundesverbraucherschutzministers.

„Eine solche Etikettierpflicht wäre das Mindeste, um den Verbraucher über die Art und Weise der Weinherstellung zu informieren“, so Weisgerber. Notfalls müsse auch über eine europarechtskonforme Möglichkeit für eine bundesdeutsche Regelung zu diesem Problem nachgedacht werden.

„Die Verbraucher haben Vertrauen in die Qualität der deutschen Weine. Dieses Vertrauen muss die Politik schützen“, erklärt Weisgerber. Mit der bewussten Wahl einheimischer Produkte könne der Verbraucher zudem – wie schon beim Streit über das deutsche Reinheitsgebot für Bier – die hohe Qualität fränkischer Weine honorieren.

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