Rede anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Frauenselbsthilfe nach Krebs

Sehr geehrte Frau Schreiber,
Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Petersen,
Sehr geehrter Frau Bürgermeisterin Lutz,
Sehr geehrter Herr Landrat Leitherer, lieber Harald,
Meine sehr verehrten Damen und Herren.

Mit diesem Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach gratuliere ich der Schweinfurter Gruppe Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. herzlich zu Ihrem 10-jährigen Bestehen.

Es ist gut, dass es die Frauenselbsthilfe nach Krebs gibt. Denn wer an Krebs erkrankt, braucht mehr als nur medizinische Hilfe. In einer Lebensphase, in der die Diagnose „Krebs“ das eigene Leben – wie auch das der Mitmenschen – schlagartig verändert, bietet die Frauenselbsthilfe seelischen Beistand und praktische Unterstützung. Sehr gerne habe ich deshalb die Schirmherrschaft für das 10-jährige Bestehen übernommen.  Hauptziel der Selbsthilfegruppe ist es zu helfen, die Krankheit Krebs zu akzeptieren aber auch den Betroffenen wieder ein Selbstwertgefühl und neue Lebensfreude zu vermitteln. Ein wesentlicher Baustein dabei ist, sich gegenseitig anzunehmen und ein gutes Miteinander zu schaffen. Dieses Miteinander in der Gruppe spürt man ganz besonders am heutigen Abend, worauf Sie zu Recht stolz sein können.                          .

Meine sehr verehrten Damen und Herren.
Die Diagnose „Krebs“ stellt im Leben eines Menschen eine Zäsur dar. Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in der Europäischen Union. Jedes Jahr wird bei 3,2 Millionen Europäern Krebs diagnostiziert, wobei es sich zumeist um Brust-, Darm- oder Lungenkrebs handelt. 1,7 Millionen Menschen sterben jährlich an Krebs.

Obwohl in der Forschung und Behandlung beachtliche Fortschritte erzielt wurden, sind diese Zahlen doch dramatisch. Das hat auch die Europäische Union erkannt. Deshalb bildet „Krebs“ bereits seit 1985 einen Schwerpunkt der EU-Gesundheitspolitik. Durch einen gesunden Lebensstil können viele Krebserkrankungen verhindert werden. Mindestens ein Drittel aller Krebserkrankungen könnten durch bessere Vorsorge und Prävention vermieden werden. Wichtig sind deshalb die Stärkung der Prävention und die Vorsorge gerade bei Risikogruppen. Wenn Krebs im frühen Stadion erkannt wird, kann er oftmals besser behandelt werden. Vor diesem Hintergrund hat sich das Europäische Parlament dafür ausgesprochen, die europäische Partnerschaft “Maßnahmen zur Krebsbekämpfung” zu stärken. Hierbei handelt es sich um ein ganzes Paket an Maßnahmen, die die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten vornehmen sollen. Denn eins ist klar: Nur gemeinsam können wir etwas erreichen! Deshalb haben wir im Europäischen Parlament die Kommission und die Mitgliedstaaten aufgefordert, im Kampf gegen den Krebs aktiver zu werden und vor allem Aktivitäten und Anstrengungen zu bündeln
Aber „gemeinsam“ heißt nicht nur Kommission und nationale Behörden sollen besser zusammenarbeiten, sondern auch die Fachkompetenz der Ärzte, Krebs¬forscher und natürlich auch der Patientenvertreter muss besser genutzt werden. Hierbei geht es zum einen um besseren Informationsaustausch und zum anderen um Forschungskoordination. Die EU trägt bereits jetzt einen wichtigen Teil bei, indem sie die Krebsforschung finanziell fördert. Im 6. und 7. Forschungsrahmenprogramm der EU wurden 750 Mio. EUR für die Krebsforschung aufgewendet. Viele EU-geförderte Forschungsprojekte bündeln die Kapazitäten verschiedener europäischer Universitäten.
Die Initiative ist außerdem Teil einer Gesamtstrategie, die auch eine Verringerung von berufs- und umweltbedingten Risikofaktoren zum Ziel hat. Wir wissen heute, dass es zahlreiche krebserregende Stoffe gibt, die sich oftmals in vielen Produkten des täglichen Bedarfs wiederfinden.
Darum berücksichtigen wir die Krebsprävention auch in anderen europäischen Gesetzen: Die Spielzeugrichtlinie beispielsweise setzt strenge Grenzwerte, damit Kinder besser vor Gesundheitsgefahren geschützt werden. Auch die europäische Chemikaliengesetzgebung REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) hat zum Ziel, krebserregende Stoffe durch ungefährlichere Stoffe zu ersetzen. In Zukunft wird die Krebsprävention weiterhin ein wichtiges Ziel in der europäischen Gesetzgebung bleiben. Um die Prävention und Vorsorge gegen Krebs weiter in die Öffentlichkeit zu rücken, hat die Europäische Union die „Europäische Woche gegen den Krebs“ geschaffen, die jährlich im Mai stattfindet.

Meine sehr verehrten Damen, liebe Herren.
Wir haben schon viel erreicht – aber im Kampf gegen Krebs bleibt noch viel zu tun. Umso wichtiger ist es, dass sich auch in Zukunft Betroffene und Angehörige zusammentun, Erfahrungen austauschen und Kräfte gebündelt werden. Denn Krebs kann eine todbringende Krankheit – aber auch eine neue Chance sein. Denn oft rücken Familien und Freunde in dieser schwierigen Zeit der Erkrankung wieder enger zusammen. Um es mit den Worten von Paul Valery zu sagen: „Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir erschaffen sie selbst, sie liegt in unserem Herzen eingeschlossen!“ In diesem Sinne blicken wir zuversichtlich in die Zukunft. Für die Einladung zur heutigen Feier bedanke ich mich nochmals ganz herzlich. Danken möchte ich aber auch allen, die Verantwortung tragen in der Frauenselbsthilfegruppe, die sich ehrenamtlich für Ihre Mitmenschen einbringen und ihre Freizeit opfern. Unsere Gesellschaft wäre ein ganzes Stück ärmer ohne diese Bürgerinnen und Bürger, die einfach mehr tun als Ihre Pflicht. Vielen Dank! Auch für die kommenden 10 Jahre wünsche ich der Frauenselbsthilfe nach Krebs in Schweinfurt und der Region viel Erfolg und Freude bei der Arbeit. Denn sie leisten eine unersetzliche Unterstützung für Betroffene, denen der Weg nach einer Krebserkrankung zunächst unwegsam und steinig vorkommt. Ich wünsche Ihnen, dass sie weiterhin mit so viel Elan „selber helfen“ können und dass sich Ihre Erfolge und Fortschritte weiterhin so gut einstellen.

Alles Gute.

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