Schirmherrschaft der 6. Bad Bockleter Gesundheitstage

Sehr geehrte Damen und Herren,
Gesundheit ist ein hohes Gut.
Wie wichtig sie ist, merkt man oft erst, wenn es zu spät ist und man durch Krankheit oder Verletzung beeinträchtigt ist.
Hier in Bad Bocklet, im Herzen des Bäderlands Bayerische Rhön, kann der Körper in einer malerischen Landschaft neue Kraft tanken.
Sehr gerne bin ich daher der Einladung gefolgt, die Schirmherrschaft über die 6. Bad Bockleter Gesundheitstage zu übernehmen.
Bereits vor einigen Jahren durfte ich das Rehabilitations- und Präventionszentrum besuchen und mich von den Angeboten überzeugen.
Heute, gut fünf Jahre später, hat sich das Zentrum noch weiterentwickelt, ist sozusagen ständig am Ball und zeichnet sich durch seine innovativen Konzepte aus.

Dies lockt Gäste aus nah und fern in unsere schöne Rhön, die nicht nur körperlich gestärkt wieder nach Hause zurückkehren, sondern gleich auch noch die fränkische Gastfreundlichkeit kennen lernen dürfen.
Die Prävention – das Handeln bevor es zu spät ist – nimmt heute in der modernen Gesundheitsversorgung einen wichtigen Stellenwert ein.
Als gesundheitspolitische Sprecherin der CSU-Gruppe im Europäischen Parlament und als Co-Vorsitzende der Interessengruppe Osteoporose im Europäischen Parlament weiß ich wie wichtig vorbeugende Maßnahmen sind.
Lassen Sie mich dies Beispiel der Osteoporose aufzeigen:
Jede zweite Frau über 50 ist gefährdet, an Osteoporose zu erkranken
Alle 3 Sekunden erleidet ein Mensch einen Bruch aufgrund müder, poröser Knochen.

Durch den demografischen Wandel werden diese Zahlen noch weiter zunehmen, das ist gewiss.
Dem gilt es durch Präventionsmaßnahmen entgegenzuwirken, denn wir haben nur die einen Knochen!
Auch in der EU tun wir viel im Bereich Gesundheit.
Zwar liegt die Gesundheitspolitik im Kompetenzbereich der Mitgliedstaaten, bei grenzüberschreitenden Aspekten jedoch, ist die EU koordinierend tätig.

Lassen Sie mich nur einige Beispiele nennen.
Die Mehrzahl der europäischen Bürger möchte Gesundheitsdienstleistungen im Heimatland wahrnehmen
Das hat verschiedene Gründe: Das Vertrauensverhältnis Arzt, die Nähe zum Wohnort oder auch mögliche Sprachbarrieren
ABER: Unter Umständen ist die Versorgung in anderen Mitgliedstaaten besser, z. B. bei hoch spezialisierten Behandlungen bei sehr schweren oder sehr seltenen Krankheiten
Durch die Patientenmobilitätsrichtlinie werden Patienten künftig die Möglichkeit haben, sich im Ausland behandeln zu lassen und das bei Anspruch auf Kostenerstattung durch die eigene Krankenkasse.
Bei ambulanter Versorgung wird keine Genehmigung nötig sein und die Kosten werden in der Höhe ersetzt, die die Behandlung im Heimatland kosten würde.
Bei stationären – oft kostenintensiven – Behandlungen ist vorab eine Genehmigung durch die Krankenkasse nötig, aber die Kosten werden erstattet.
Zudem können Sie in Zukunft alle Rezepte im EU-Ausland einlösen.
Aber nicht nur die Patienten profitieren, sondern auch die deutschen Ärzte und Krankenhäuser, die einen exzellenten Ruf genießen und dadurch Patienten aus dem EU-Ausland anlocken.
Einen guten Ruf haben auch unsere deutschen Krankenschwestern.
Rund 90 Prozent aller Krankenschwestern und Pfleger an deutschen Krankenhäusern sind Fachkräfte.
Daher hat der Vorschlag der EU-Kommission, 12 Jahre allgemeine Schulbildung für Krankenschwestern vorzuschreiben, in Deutschland auch eine emotionale Debatte hervorgerufen.
Zu Recht, muss ich sagen, denn im Umkehrschluss bedeutet dies, dass unsere Schulabgänger zumindest Fachabitur haben müssten, um den Krankenpflegeberuf zu erlernen.
Gute Pflege lernt man aber nicht an der Uni.
Es kommt vielmehr auf Sozialkompetenz, Hingabe und die Bereitschaft, den Dienst am Bett zu leisten, an.
Schätzungen zufolge wird 2050 ein Bedarf an einer halben Million Pflegekräften in Deutschland bestehen.
Damit kommt in den Gesundheits- und Pflegeberufen ein massiver Fachkräftemangel auf uns zu.
Wir brauchen junge Menschen, die bereit sind, den Beruf zu ergreifen.
Als Berichterstatterin zu diesem Thema werde ich mich daher im Gesundheitsausschuss dafür einsetzen, dass unsere jungen Realschulabsolventen auch weiterhin Zugang zum Berufsfeld haben. 
Ein weiteres Thema, das uns alle angeht, ist die Arzneimittelfälschung.
Hier gibt es ganz klar eine europäische Dimension, denn sie werden in ganz Europa grenzüberschreitend gehandelt.
Sie werden z. B. in Spanien hergestellt und auf dem niederländischen und deutschen Markt verkauft.
Leider gibt es immer mehr Fälle von gefälschten Arzneimitteln.
Während zunächst hauptsächlich sogenannte Lifestylemedikamente wie Viagra betroffen waren, werden mittlerweile sogar lebenswichtige Krebsmedikamente gefälscht.
Ziel ist es darum, die Sicherheitsstandards zu verschärfen, um das Schutzniveau vor Fälschungen noch weiter zu erhöhen.
Alle Akteure der Lieferkette müssen nun einheitlichen hohen Anforderungen unterliegen und z. B. über eine überprüfte Lizenz verfügen.
Dies ist vor allem im Internethandel wichtig.
Außerdem müssen alle Arzneimittel sogenannte „Sicherheitsmerkmale“, wie beispielsweise einen Barcode tragen, durch die sie fälschungssicher gemacht werden.
So können Sie sicher sein, dass Sie beim nächsten Gang in die Apotheke ein wirksames Arzneimittel erhalten.
Sie sehen meine Damen und Herren, Europa ist gar nicht so fern und bringt im Gesundheitsbereich viele Vorteile.
Ich wünsche Ihnen nun viele interessante Einblicke und Informationen rund um Ihre Gesundheit.
Danke.

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